Man unterscheidet zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Gangschaltungen: Die Nabenschaltung und die Kettenschaltung.
Nabenschaltungen sind mit 2, 3, 4, 5, 7 und 14 Gängen erhältlich, während Kettenschaltungen mit 5 - 30 Gängen ausgestattet sein können.
Es gibt auch Gangschaltungen, bei denen eine Nabenschaltung mit einer Kettenschaltung
kombiniert ist.
Alle Gangschaltungen lassen sich vor Beschädigung schützen, indem man einen Schutzbügel montiert. Derartige Schutzbügel sind in vielen verschiedenen Ausführungen im Handel erhältlich.
Nabenschaltungen sind wartungs- und verschleißarm, wenig störanfällig und leicht zu handhaben. Da jedoch das Innenleben sehr komplex ist, soll hier auf eventuell notwendige Reparaturarbeiten nicht eingegangen werden. Hier hilft der Fachmann oder die Literatur weiter. Für die Lagerungen gilt das bei den Nabenbremsen gesagte, meistens ist ja die Nabenschaltung mit einer Rücktrittbremse kombiniert.
Regelmäßige Pflege braucht dagegen die Kette. Sie muss von Zeit zu Zeit geschmiert werden, ab und an kann auch das Entfernen des Schmutzes nötig werden. Als Schmiermittel empfiehlt sich spezielles (biologisch abbaubares) Kettenfließfett. Es hat gegenüber Öl den Vorteil, dass es einen festen, haltbaren Film bildet, der bei Beschädigung sofort wieder zusammenfließt. Außerdem zieht Öl den Schmutz stärker an.
Zur Wartung und Pflege werden je nach Gangschaltung folgende Werkzeuge benötigt: Schraubendreher, Schraubenschlüssel, Inbusschlüssel.
Die Einstellung von Nabenschaltungen erfordert meistens kein Werkzeug, lediglich zum Austausch der Schaltzüge ist bei vielen Modellen ein 2-mm-Inbusschlüssel notwendig.
Die Nabenschaltungen werden über ein oder zwei (ältere 5-Gang-Schaltungen) Bowdenzüge bedient. Die Wartung und Pflege von Bowdenzügen wird bei den Bremsen besprochen, auch der Austausch wird analog zu den Bremszügen ausgeführt. Das Folgende gilt nur für 3- und 5-Gang-Nabenschaltungen sowie die 4- und 7-Gang-Nabenschaltungen von Shimano. Bei anderen Nabenschaltungen wird der Schaltzug komplett in einem Außenzug in eine Box geführt. Diese wird auf die Hinterradachse aufgesteckt und mit einer Schraube gesichert. Hier kann nur die komplette Einheit von Schalthebel, Außen- und Innenzug und Box ausgetauscht werden. Für die Sachs Elan 12-Gang-Nabe verweise ich auf http://bernd.sluka.de/Fahrrad/Elan/index.html.
| Der Schaltzug bzw. die Schaltzüge von 3- und 5-Gang-Naben werden vom Schalthebel durch den Außenzug über die Umlenkrolle am Tretlager (falls vorhanden), falls vorhanden durch die Öse an der Kettenstrebe zum Zugkettchen (Schaltkettchen) bzw. zur Nabe geführt. Bei manchen Fahrrädern wird der Schaltzug auch über die gesamte Länge im Außenzug geführt. Dann entfallen sämtliche Zugführungen wie Zugwiderlager, Umlenkrolle und Führungsöse. Der Anschluss an das Zugkettchen erfolgt bei neueren Fichtel & Sachs-Modellen über eine schwarze Kunststoff-Fixierhülse, in dem der Zug mit einer kleinen 2-mm-Inbusschraube festgeklemmt wird. Bei älteren Modellen der Fichtel & Sachs 3-Gang-Naben sowie bei Shimano ist der Zug fest mit der metallenen Fixierhülse verbunden. Die Folge davon ist, dass der Zug komplett mit Fixierhülse und Außenzug ausgetauscht werden muss (obere Abb.). Bei 4-Gang-Schaltungen von Shimano wird der Schaltzug mit einem am Zug festgeklemmten Bolzen an der Schaltung eingehakt. Bei der 7-Gangschaltung von Shimano wird der Schaltzug an der entsprechenden Stelle direkt mittels einer Schraube angeklemmt (untere Abb.). |
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Zu beachten ist, dass bei der 5-Gang-Nabe, die mit zwei Schaltzügen bedient wird, diese nicht vertauscht werden (Kennzeichnung R und L am Schalthebel!).
Zur Einstellung der verschiedenen Nabenschaltungen sollten die folgenden Gänge eingelegt werden:
| F & S 3-Gang-Nabe | 3. Gang |
| andere 3-Gang-Naben | 2. Gang |
| 4-Gang-Nabe | 4. Gang |
| 5-Gang-Nabe, 2 Züge | 4. Gang |
| 5-Gang-Nabe, 1 Zug | 5. Gang |
| 7-Gang-Nabe, Shimano | 4. Gang |
Für die Sachs Elan 12-Gang-Nabe verweise ich auf bernd.sluka.de/Fahrrad/Elan/index.html.
Alle anderen Nabenschaltungen müssen und können nicht eingestellt werden.
Für 3-Gang- und 5-Gang-Nabenschaltungen sind folgende Arbeitsschritte sind zu erledigen:
Shimano 4- und 7-Gang-Nabenschaltungen werden so eingestellt:
Da der gesamte Mechanismus von Kettenschaltungen offen liegt und der Witterung ausgesetzt ist, sind diese nicht so verschleiß- und wartungsarm wie Nabenschaltungen. Mit einer guten Pflege lässt sich jedoch der Verschleiß in Grenzen halten. Daher soll die Kette regelmäßig gereinigt und neu geschmiert werden (s. auch unter Nabenschaltungen). Auch die Gelenke der Schaltung und die Umlenkrollen des hinteren Schaltwerkes sollten ab und an geschmiert werden.
Bedingt durch den schrägen Lauf der Kette ist diese je nach Pflege nach 2.000 bis 3.000 km verschlissen und muss ausgetauscht werden. Hier hilft der Fachmann oder die Literatur weiter. Einen groben Anhaltspunkt für den Zeitpunkt des fälligen Kettenwechsels erhalten Sie, wenn Sie die Kette gemäß der Abbildung rechts prüfen. Eine verschlissene Kette lässt sich vom größten Kettenblatt leicht abheben.
Das Herz aller Kettenschaltungen ist das hintere Schaltwerk, mit dem die Kette auf die verschiedenen Ritzel (hinten) gelegt wird. Schaltungen, die über 10 und mehr Gänge verfügen, haben zusätzlich noch den vorderen Umwerfer, mit dem die Kette auf verschiedene Kettenblätter (vorn) gelegt werden kann.
Die Bedienung erfolgt über die Schalthebel, die am Unterrohr, am Lenkerschaft oder am Lenker befestigt sein können. Die Verbindung zwischen Schaltung und Schalthebel wird wie bei der Nabenschaltung über einen flexiblen Schaltzug hergestellt. Auch hier sind zur Pflege dieselben Regeln wie bei der Bremse zu befolgen.
Zum Austausch der Schaltzüge und zur Einstellung der Gangschaltung werden folgende Werkzeuge gebraucht: Je nach Fabrikat Schraubenschlüssel oder Inbusschlüssel, eine Zange sowie ein Seitenschneider zum Kürzen des Zuges.
Die Einstellung des Schaltwerkes erfordert einen Schraubendreher.
Bei rastenden "Index-Schaltungen" muss noch eine Feinkorrektur, die "Synchronisierung" durchgeführt werden:
Diese Synchronisierung ist nach einiger Zeit zu wiederholen, da ein neuer Schaltzug noch etwas langgezogen wird.
Wichtig für die einwandfreie Funktion einer Index-Schaltung ist ein parallel zum Hinterrad stehendes Schaltwerk. Durch einen Sturz oder ähnliche Einwirkungen kann die Schaltung schrägstehen und eine korrekte Synchronisierung unmöglich machen. Zur Justierung ist teures Spezialwerkzeug erforderlich, daher ist hier der Fachmann gefragt.
Bei Kettenschaltungen muss nicht nur die Länge des Schaltzuges genau eingestellt werden. Wichtig für eine sichere Funktion ist auch die Einstellung des Schwenkbereiches des Schaltwerkes und des Umwerfers, um ein Abspringen der Kette über die Ritzel oder Kettenblätter hinaus zu verhindern. Bei zu klein eingestelltem Schwenkbereich sind bestimmte Gänge nicht mehr einzulegen.
Diese Einstellung erfolgt an den Einstellschrauben am Umwerfer und Schaltwerk. Sie
sind normalerweise mit H und L gekennzeichnet (Abb.). Dabei bedeutet H die Einstellung
für hohe Gänge (high, hohe Geschwindigkeiten), L steht für die Einstellung der niedrigen Gänge (low, langsame Geschwindigkeiten).
Am einfachsten erfolgt die Einstellung nach folgendem Schema, das sich an den vier Extremlagen der Kette orientiert:
Mit dieser Einstellung der Gangschaltung kann jeder beliebige Gang geschaltet werden.

Wer sein Fahrrad selbst reparieren möchte, benötigt hierfür spezielle Kenntnisse und spezifisches Werkzeug. Um einen Ringschlüssel für materialschonendes Arbeiten richtig zu nutzen, ist ein Techniker-Fernlehrgang an der Fernschule aber nicht zwingend notwendig. Die Reparatur der unterschiedlichen Schaltungen funktioniert nicht mit Magie, sondern ist durchaus auch für den Laien erlernbar. Wichtig ist dabei vor allem der notwendige Spaß an der Arbeit. Nicht nur das Fahren sondern auch die Freude an der Reparatur kann nur hilfreich sein – denn wie heißt es so schön: "Wer sein Rad liebt, der schiebt" – oder repariert es eben ...
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http://www.pdeleuw.de/fahrrad/reparaturkurs/schaltung.html - ausgedruckt am 09.02.2010