Man unterscheidet Seitenzug- und Mittelzugbremsen, wobei die Mittelzugbremsen nochmals in die herkömmliche Mittelzugbremse und die Cantilever-Bremse unterteilt werden (Abb). Die Cantilever-Bremse findet man hauptsächlich bei Mountain-Bikes, All-Terrain-Bikes und Reiserädern. Auf die Hydraulikbremse soll hier nicht eingegangen werden. Dazu bietet der Handel ein Service-Kit an, das mit einer sehr guten, deutschsprachigen Anleitung sowie allen benötigten Teilen ausgestattet ist. Scheibenbremsen sind bisher nur sehr selten an Fahrrädern zu finden, sie werden hier nicht behandelt.
Bei der Wartung und Pflege sind bei allen aufgeführten Bremsen prinzipiell die gleichen Arbeiten durchzuführen. Dazu gehören das Auswechseln, Fetten und Einstellen der Bremszüge, die Einstellung und das Ersetzen der Bremsschuhe sowie das Reinigen und Zentrieren der Bremskörper.
AIs Werkzeuge werden benötigt: Schraubenschlüssel, evtl. Inbusschlüssel, Zange und Seitenschneider.
Ein Bremszug muß ersetzt werden, wenn er durchgerissen ist, wenn der Nippel (am Bremsgriff) abgerissen ist oder besser schon dann, sobald die Drähtchen am Nippel beginnen abzureißen, oder aber wenn der Zug unelastisch wird.
Es gibt Bremsseile mit birnen- und tonnenförmigen Nippeln in verschiedenen Abmessungen (Abb.), im Zweifelsfall alten Bremszug bzw. Nippel als Muster beim Neukauf mitnehmen.
Und so wird der Bremszug ersetzt:
Ist das Fahrrad mit einer Mittelzugbremse ausgestattet, muß der Bremszug am Kabelträger ausgehängt werden. Bei Cantilever-Bremsen kann der Bremszug an einem Bremsschenkel ausgehängt werden (Abb. rechts).Die Bremsschuhe müssen ersetzt werden, sobald das Profil abgebremst ist, da sonst der Wasserfilm, der sich bei Regenfahrten zwischen Bremsschuh und Felge bildet, nur schwer durchbrochen werden kann. Dadurch wird das Naßbremsverhalten der Bremse wesentlich verschlechtert.
Auch ungleichmäßig abgebremste Bremsschuhe sollten ersetzt werden, wobei eine korrekte Einstellung das ungleichmäßige Verschleißen verhindert.
Wichtig: Bremsschuhe müssen immer paarweise ausgetauscht werden!
Die Einstellung der Bremsschuhe erfolgt bei allen Felgenbremsen gleich, lediglich bei Cantilever-Bremsen gibt es eine Besonderheit.
Bei Neukauf der Bremsschuhe ist zu beachten, daß es verschiedene Befestigungsmöglichkeiten gibt. Außerdem ist es wichtig, daß die Bremsschuhe auf das Felgenmaterial (Alu, Stahl) abgestimmt sind (evtl. Fahrrad zum Händler mitnehmen). Manchen Bremsschuhen liegt eine Gebrauchs- und Montageanleitung bei, diese sollte unbedingt beachtet werden.
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Die Wartung des Bremskörpers erstreckt sich auf eine regelmäßige Kontrolle der Befestigung und der Einstellung sowie ein gelegentliches Schmieren der Drehstellen. Die Befestigung muß fest und spielfrei sein, die Bremsarme sollen sich jedoch auf dem Bremsbolzen noch leicht bewegen.
Der/die Bremskörper soll(en) so eingestellt sein, daß beim Anziehen der Bremse beide Bremsschuhe gleichzeitig auf die Felge drücken. Ist dies nicht der Fall, können mehrere Fehler vorliegen:
Verbogene Bremskörper müssen ersetzt werden.
Das Ausrichten des Bremskörpers erfolgt bei allen Bremsen bis auf die Cantilever-Bremse am Befestigungsbolzen. Dazu löst man die Mutter auf der Rückseite der Bremse, wobei bei vielen Modellen ein Gegenhalten der Befestigungsmuttern auf der Vorderseite nötig ist (Abb.). Nach dem Ausrichten der Bremse wird die Mutter wieder festgezogen.
Ist die Konterung zu fest, müssen beide Muttern auf der Vorderseite gelöst werden. Sie sind wieder so anzuziehen, daß sich die Bremsarme leicht, jedoch spielfrei bewegen können. Dazu sind zwei Schraubenschlüssel erforderlich, um die innere Mutter festzuhalten, während man die äußere Mutter festzieht.
Einige Tropfen Öl oder Kettenfließfett auf die Drehstellen der Bremse sorgen für Leichtgängigkeit, nur in hartnäckigen Fällen muß der Bremskörper demontiert werden.
Die Demontage ist nicht schwer, wer sich jedoch nicht darantraut, findet in der Literatur eine gute Unterstützung.
Cantilever-Bremsen besitzen an jedem Bremskörper eine Rückstellfeder. Diese Federn müssen in ihrer Wirkung aufeinander abgestimmt werden. Dazu befindet sich bei einigen Fabrikaten (z.B. viele Modelle von Suntour) an einem der beiden Bremskörper direkt am Sockel eine Mutter, die mit einem flachen Schraubenschlüssel gedreht werden kann. Eventuell muß die Befestigungsschraube des Bremskörpers bei dieser Arbeit mit einem passendem Schrauben- oder Inbusschlüssel festgehalten werden. Bei anderen Fabrikaten (z.B. Shimano) findet man an der Seite eines der Bremsschenkel eine Schraube (manchmal ist es eine kleine Inbusschraube, die man leicht übersieht), mit der die Feder eingestellt werden kann. Bei vielen, besonders preiswerten, Bremsen findet man gar nichts, dann müssen die Bremskörper vom Sockel abgeschraubt werden. Hier wird eine Feder sichtbar, die in ein Loch am Sockel greift. Meistens gibt es drei Löcher, die Variation des benutzten Loches erlaubt eine grobe Einstellung der Federkraft.
Bei den Nabenbremsen unterscheidet man Rücktritt- und Trommelbremsen. Beide sind nahezu wartungsfrei.
Mögliche Fehler beschränken sich auf die Lager, die zu fest oder zu locker sein können. Zu fest eingestellte Lager äußern sich durch Knackgeräusche, auch kann die Funktion des Freilaufes beeinträchtigt sein. Bei zu lockerem Lager wackelt der Nabenkörper auf der Achse.
Der Bremsarm muß fest am Rahmen fixiert sein.
Tritt beim Bremsen ein Quietschen auf, müssen Bremskonus und Bremsmantel mit einem Spezialfett geschmiert werden. Dazu muß die Nabe auseinandergenommen werden. Die Behebung all dieser Fehler überläßt man am besten dem Fachmann oder man löst das Problem mit Unterstützung der Literatur.
Die Trommelbremse wird meistens durch einen Bowdenzug, manchmal durch ein Gestänge bedient. Bei Pflege und Wartung des Bowdenzuges sind die gleichen Dinge zu beachten wie bei den Felgenbremsen. Beim Gestänge verdienen die Drehgelenke etwas Aufmerksamkeit. Sie dürfen sich nicht lösen und sollen regelmäßig geschmiert werden, um eine leichtgängige Bedienung zu gewährleisten.
Die möglichen Fehler sind dieselben, wie bei der Rücktrittnabe.
Die Bremse wird an der Stellhülse am Bremsarm (an der Nabe) eingestellt (Abb.). Die richtige Einstellung ist gefunden, wenn sich das Rad bei unbetätigter Bremse frei drehen läßt und der Bremshebel bei voll angezogener Bremse noch nicht den Lenker berührt.
Die Bremsbeläge müssen regelmäßig geschmiert und auf Verschleiß überprüft werden, verschlissene Beläge sind auszuwechseln. Dazu sowie zur Einstellung der Lager kann man entweder den Fachmann oder die Literatur befragen.
Wer sich ein gebrauchtes Fahrrad gekauft hat, tut gut daran, nicht nur die Bremsen, sondern auch den Rest des Rades auf Fahrtauglichkeit zu überprüfen. Diesbezüglich, hier ein wichtiger Hinweis. Wenn beispielsweise das Lager der Pedale locker ist, sollte man es entweder neu einstellen oder ersetzen. Dafür arbeitet man mit einem Abziehwerkzeug (das ist in guten Fahrradläden erhältlich). Dieses Werkzeug wird in das Gewinde eingeschraubt, so dass dann das Lager herausgedrückt wird und man es gegen ein neues austauschen kann. Weitere Informationen findet man durchaus auch im "radforum".
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http://www.pdeleuw.de/fahrrad/reparaturkurs/bremsen.html - ausgedruckt am 11.03.2010