Die Fahrradbeleuchtung

[Der Dynamo] [Der Scheinwerfer] [Das Rücklicht] [Die Verdrahtung] [Die Reflektoren]

Dass das Fahrrad das am schlechtesten beleuchtete Fahrzeug ist, liegt nicht nur an den technisch unzureichenden Lichtanlagen, sondern auch an den Vorschriften der StVZO, die die Radfahrer in Zeiten der allgemeinen Aufrüstung der Lichtanlagen bei Kfz und in Zeiten, in denen die Beleuchtung der Fahrbahnen wichtiger zu sein scheint, als die der durch Buschwerk abgeschatteten Radwege, immer noch mit 3 Watt (W) Ausgangsleistung der Lichtmaschine vor sich hinfunzeln lässt. Halogenglühlampen, LEDs und geschickt berechnete Spiegel und Linsen holen mehr und mehr aus dieser bescheidenen Leistung heraus.
Übliche Seitenläuferdynammos haben Wirkungsgrade zwischen unter 20 und 45 Prozent. Um die 3 Watt Ausgangsleistung zu erreichen, muss der Radler also bis zu 15 Watt Leistung nur für das Licht aufbringen – ein Durchschnittsradler leistet etwa 50 Watt. Kein Wunder, wenn sich so mancher zweimal überlegt, das Licht überhaupt einzuschalten.
Dass sich die Zeiten ändern, möchte ich Ihnen mit diesem Beitrag zeigen. Modernen Dynamos haben relativ hohe Wirkungsgrade, moderne Scheinwerfer mit Halogenlampe bringen wesentlich mehr Licht auf die Straße als die alt hergebrachte Vakuum-Lampe. Aktuelle LED-Scheinwerfer sind noch besser.
Trotz allem gehört die Beleuchtungsanlage zu den störungsanfälligsten Bestandteilen eines Fahrrades. Eine sorgfältige Auswahl der Komponenten kannn einige Schwachpunkte aber vermeiden. Konstruktionsbedingt kritische Punkte sind:

Der folgende Text soll Ihnen einen Überblick geben, wie Sie die meisten Störungen mit einer modernen Beleuchtungseinrichtung vermeiden können. Bei Scheinwerfern und Rücklichtern verzichte ich bewusst auf die Nennung von Herstellern, Modellen, Marken und Preisen. Der Markt ändert sich rasch – fragen Sie also Ihren Fachhändler, recherchieren Sie im Internet und im Usenet und schauen Sie in Kataloge. Bei Dynamos finden Sie nicht immer Angaben zum Wirkungsgrad. Wenn doch, sind sie manchmal recht optimistisch. Olaf Schultz hat sich die Mühe gemacht und einige Modelle selbst durchgemessen. Sein oft unter dem Namen "Gebetsmühle" referenziertes Werk über die Fahrradbeleuchtung wird ständig ergänzt und überarbeitet: enhydralutris.de
Bevor ich zu den einzelnen Elementen der Lichtanlage komme, möchte ich noch einige grundsätzliche Dinge erwähnen:

Und noch etwas: Sorgen Sie nicht nur dafür, dass Ihr Fahrrad gut beleuchtet ist, sorgen Sie auch dafür, dass Sie gesehen werden. Das erreicht man auch durch die entsprechende Kleidung. Und sorgen Sie zudem dafür, dass Sie selbst gut sehen können: Vergessen Sie Ihre Brille nicht, wenn Sie eine benötigen bzw. benutzen Sie sie trotz des schlechten Regen- oder Winterwetters. Manche Fahrradfahrer schwören auf die Brille mit dem robusteren Rahmen. Zudem schützen Brillen in der "Fliegenzeit" davor, dass ein solch lästiges Insekt seinen Weg direkt ins Auge findet ...

 

Die Fahrradbeleuchtung gemäß StVZO besteht aus mehreren Elementen:


 

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Der Dynamo

Der Dynamo spielt als Stromerzeuger eine zentrale Rolle im Beleuchtungssystem des Fahrrades. Fällt der Dynamo aus, stehen Sie im Dunkeln. Dabei kommt es nicht sehr häufig vor, dass der Dynamo selbst defekt ist, sondern meistens liegt die Störung daran, dass

Die Dynamos mit der höchsten Betriebssicherheit zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht über Reibungskräfte am Reifen angetrieben werden. Die Kraftkopplung erfolgt so, dass ein Durchrutschen unmöglich ist. Dazu kommen zwei Prinzipien in Frage: Speichendynamos und Nabendynamos. Einige Seitendynamos, die bezüglich Wirkungsgrad und Laufrolle eine wesentliche Verbesserung erfahren haben, zeichnen sich ebenfalls durch eine bisher unerreichte Betriebssicherheit aus.
Angaben zu Wirkungsgrad und Preis sind Herstellerangaben bzw. Katalogen entnommen. Die Angaben zu den in der Praxis gemessenen Wirkungsgraden stammen von Olaf Schultz.

 

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Der Scheinwerfer

Vor einigen Jahren wurde die herkömmliche Vakuum-Lampe durch die Halogenlampe verdrängt. Bei gleicher Leistung ist die Lichtausbeute sichtbar besser. An neuen Fahrrädern darf kein Scheinwerfer mit Vakuum-Lampe montiert sein. Es gibt Halogenscheinwerfer mit Streuscheibe, die zusammen mit dem Spiegel für die Lichtverteilung sorgt, und solche mit "Freiformflächenreflektoren", die eine klare Scheibe haben. Solche Scheinwerfer sind beim Kfz schon länger bekannt. Sie sollen Streuverluste durch die Streuscheibe minimieren. Allerdings ist die Position des Glühfadens zum Spiegel sehr kritisch.

Neben den Halogenscheinwerfern sind LED-Scheinwerfer mittlerweile weit verbreitet. LEDs (light emmiting diodes, Licht emmitierende Dioden) haben eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer. Das Licht ist im Vergleich zum gelblichen Licht einer Glühlampe bläulich. LEDs geben bereits bei geringerer Spannung, also bei geringeren Geschwindigkeiten mehr Licht ab als Halogenlampen.

Bei Scheinwerfern ist oft ein Standlicht integriert. Meist wird ein Kondensator als Ladungsspeicher eingesetzt. Durch den Verzicht auf Batterien und Akkus ist so ein Standlicht absolut wartungsfrei.
Auch der vorgeschriebene weiße Reflektor ist oft im Scheinwerfer integriert (s. unten).
Da zusätzliche LED-Scheinwerfer aber nicht für Fahrräder zugelassen sind, kann man sie bislang nur als Ergänzung zur herkömmlichen Fahrradbeleuchtung nutzen. Beim Kauf von LED Leuchten sollte man aus praktischen Gründen darauf achten, dass man die Halterung bequem montieren kann und dass sie fest sitzt. Denn die Lampen nimmt man üblicherweise mit, wenn man sein Fahrrad stehen lässt. Deshalb ist es wichtig, dass die Lampen sich leicht abnehmen lassen und dass die Halterung dies mitmacht.

Einen Vergleichstest mit Fahrradscheinwerfern gibt es beim Fachausschuss Technik des ADFC.

 

 

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Das Rücklicht

Rücklicht für Gepäckträger- befestigung

Rücklichter, die am Schutzblech befestigt werden, sind besonders gefährdet. Ein unachtsamer Passant oder eine unvorsichtige Wende im Fahrradkeller bedeutet oft das Ende der Schlussleuchte. Die Glühlampe kann durch die ständige Vibration eine besonders häufige Fehlerquelle sein. Abhilfe schafft hier ein Rücklicht, das am Gepäckträger an Stelle des Großflächenreflektors befestigt wird (Abb.). Der vorgeschriebene Großflächenreflektor ist bereits integriert (s. unten). Sie müssen sich allerdings einen weiteren kleinen Reflektor am Schutzblech (dort, wo die alte Leuchte befestigt war) montieren (lassen). Das Rücklicht sitzt oben am Gepäckträger geschützt und vibrationsarm. Es ist mit rund 10 EUR nicht teurer als ein anderes Rücklicht.

Wenn Sie Ihr Rücklicht bisher am Schutzblech befestigt hatten, müssen Sie bei der Umrüstung auf eine Schlussleuchte am Gepäckträger auch die Kabel neu verlegen (lassen). Wenn Ihr Rad mit einem Gepäckträger ausgestattet ist, der nicht durchgehend aus Metall gefertigt ist, muss sogar noch ein zweites Kabel verlegt werden.

Wenn Sie weder Schutzblech noch Gepäckträger am Rad haben, können Sie das Rücklicht an der Sattelstrebe oder am Bremssockel befestigen. Dazu gibt es im Fachhandel geeignete Halter bzw. speziell dafür konstruierte Rückleuchten.

Unbedingt empfehlenswert ist ein Rücklicht mit LED an Stelle einer Glühlampe. LEDs haben eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer, ein damit ausgestattetes Rücklicht ist also wartungsfrei und betriebssicher. Viele Rückleuten haben ein integriertes Standlicht. Wenn Sie ein Standlicht bevorzugen, achten Sie darauf, dass es mit einem Kondensator betrieben wird. Es gibt auch Varianten mit Batterien (teilweise auch teure Knopfzellen!) oder Akkus. Sie sind in der Anschaffung zwar etwas billiger, dafür haben sie hohe Folgekosten.

 

 

 

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Die Verdrahtung

Bisher haben Sie von den lichtspendenden Elementen der Fahrradbeleuchtung gelesen. Bevor Ihnen jedoch ein Licht aufgeht, müssen Dynamo, Scheinwerfer und Rücklicht miteinander verkabelt werden. Meist wird dabei je ein Kabel vom Dynamo zum Rücklicht sowie zum Scheinwerfer gelegt, die "Rückleitung" erfolgt über den Rahmen. Dazu müssen Dynamo, Rücklicht und Scheinwerfer einen guten Kontakt zum Rahmen haben. Dieser wird jedoch häufig durch Lackreste und Rost verhindert. Die Kontaktstellen sind daher immer potentielle Störungsstellen. Abhilfe bietet hier eine doppelte Verdrahtung. Dabei wird auf die Mithilfe des Rahmens verzichtet und ein zusätzliches Kabel verlegt. Viele der heute angebotenen Dynamos und Lampen bieten auch entsprechende Anschlussmöglichkeiten für das zusätzliche Kabel. Die doppelte Verkabelung wird übrigens zukünftig für Neufahrräder Pflicht werden.
Generell sollten Sie darauf achten, dass die Kabel möglichst eng am Rahmen verlegt werden, damit die Gefahr des Abreißens gering bleibt. Lediglich im Bereich des Lenkers muß das Kabel "etwas Luft" haben, damit es beim Lenkeinschlag nicht abreißt. Die normalerweise vorhandenen oder mit Dynamo, Rücklicht und Scheinwerfer miterworbenen Kabel sind relativ dünn und dadurch wenig reißfest. Es ist daher ratsam, die serienmäßigen Kabel durch dickere auszutauschen. Auch die Verluste durch den Widerstand des Kabels werden so reduziert. An Scheuerstellen können Sie das Kabel mit Schrumpfschlauch aus dem Elektrohandel verstärken.
Einige Kunststoffschutzbleche sind mit Leitstreifen und Kontakten versehen. An einem Kontakt wird das vom Dynamo kommende Kabel angeschlossen, am Kontakt auf der anderen Seite wird das Kabel zur Schußleuchte angeklemmt. Diese elegante Kabelführung hat jedoch einen Nachteil: Erfahrungsgemäß reißen die in den Kunststoff eingegossenen Metallstreifen nach einiger Zeit durch, so dass Ihr Licht nicht mehr brennt. Die Beschädigung der Metallstreifen ist von außen nicht erkennbar. Daher ist es ratsam, das Rücklichtkabel vom Dynamo direkt zur Schlussleuchte durchzuziehen und auf die Anschlussmöglichkeit am Schutzblech zu verzichten.

 

 

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Die Reflektoren

Gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) muss Ihr Rad mit den folgenden Reflektoren ausgerüstet sein:

Weist ein Reflektor einen Riss auf, ist dieser zu ersetzen, da er seine Funktion nicht mehr sicher erfüllen kann.

Bei allen Reflektoren können Sie montieren, was der Markt bietet. Die verschiedenen Modelle sind gleichwertig und unterscheiden sich nur bezüglich der Befestigung, die natürlich für Ihr Rad passen muss.
Bei den Speichenreflektoren gibt es allerdings beachtenswerte Unterschiede. Viele Modelle haben die Eigenart, nach einiger Zeit spröde zu werden, zu brechen und aus dem Rad herauszufliegen. Dabei kann es auch zu Unfällen kommen. Reflektoren, die nicht mittels Laschen an den Speichen festgeclipt, sondern mittig verschraubt und so an den Speichen festgeklemmt werden, können nicht so leicht durchbrechen. Seit Anfang 1997 dürfen neue Fahrräder nur noch mit Speichenreflektoren verkauft werden, die gegen Herausfallen besonders gesichert sind. Die Sicherung wird meistens mit einer integrierten Metallklammer realisiert. Eine absolute Sicherheit gegen sich lösende Reflektoren bieten diese Metallklammern jedoch nicht. Aber es zulässige Alternativen für die gelben Speichenreflektoren: Reflektierende Clips, die an den Speichen befestigt werden und weiß statt gelb reflektieren. Sie werden von Büchel und 3M im Set zu 72 Stück angeboten. In jedem Laufrad müssen 36 Stück untergebracht werden, also im Standardlaufrad pro Speiche ein Clip. Reifen mit Reflexstreifen als Alternative habe ich bereits oben erwähnt. Meist sind solche Reifen etwas teurer als Reifen ohne Reflexstreifen.

 


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© Mai 2000 - letzte Aktualisierung: 04.01.2010
Peter de Leuw PdL, , letzte Aktualisierung: 04.01.2010

http://www.pdeleuw.de/fahrrad/beleuchtung.html - ausgedruckt am 09.02.2010