Peter de Leuw:

Gewinnung und Einsatz multispezifischer Antikörper als Hilfsmittel zur Probenvorbereitung in der Rückstandsanalytik von Penicillinen

 

Anhang I

1. Bestimmung des Molekulargewichtes der Polyethylenglykolfraktion

Zwischen dem Logarithmus der Laufstrecke eines Proteins in der SDS-PAGE und dessen Molekulargewicht besteht ein linearer Zusammenhang. Unter den in Kapitel 8.6 vorgegebenen Bedingungen ergab sich bei einem Gel mit 7,5 % Polyacrylamid folgende Gerade:


Die zugehörige Geradengleichung lautet:

log (Laufstrecke [cm]) = -3,61 * 10-3 * Molekulargewicht [kDa]+ 0,854

2. Bestimmung von 6-Aminopenicillansäure

Die Quantifizierung von 6-Aminopenicillansäure wurde nach Derivatisierung mit 1,2,4-Triazol zur Bestimmung der Kopplungsrate bei der Herstellung des Haptensorbens durchgeführt. Die Bestimmung wurde wie in Kapitel 8.12 beschrieben durchgeführt.
Die folgende Eichgerade wurde erhalten:

Die zugehörige Regressionsgleichung lautet:

E325nm = 0,067 * c(6-APA) [mg/10 ml] - 0,015

3. Verknüpfung von Immunaffinitätschromatographie und HPLC

Folgende Lösungen wurden verwendet:

A:Acetonitril
B:Tridest. Wasser
C:Elutionspuffer:Acetonitril/0,02 mol/l Phosphatpuffer pH 3,0 (1 + 9)
D:HPLC-Eluent:Acetonitril/0,2 mol/l Phosphatpuffer pH 3,0 (35 + 65)
I:Aufgabepuffer IAC:0,02 mol/l Phosphatpuffer pH 7,2; 0,15 mol/l NaCl
II:Elutionspuffer IAC:Lösung C
III:Lebensmittelextrakt oder Standard

4. Programmierung des Dilutors

Die Schlauchverbindungen vom Niederdruckschaltventil zum Dilutor, vom Probengefäß zum Schaltventil und vom Dilutor zur Affinitätssäule wurden mit einem möglichst geringen Innendurchmesser gewählt, um Totvolumina gering zu halten. Die maximale Geschwindigkeit, mit der die Pufferlösungen vom Dilutor angesaugt werden können, ohne ein Vakuum zu erzeugen, ist vom Innendurchmesser der Zuleitungen begrenzt. Bei der Erstellung des Programms wurde die unter den gegebenen Bedingungen maximal mögliche Geschwindigkeit gewählt.
Die Ausstoßgeschwindigkeit und damit die Aufgabegeschwindigkeit auf die Affinitätssäule entspricht 1 ml/min (5 ml in 3000/10 Sekunden = 300 Sekunden = 5 Minuten).
Der Dilutor gibt in Schritt 6. ein Mindestvolumen für die Spritze von 5 ml an. Da aber nur eine 10 ml-Spritze zur Verfügung stand, wurde diese verwendet.

Das Ansaugvolumen wurde unter Berücksichtigung des kleinsten benötigten Volumens auf 5 ml festgelegt. Da das Probenvolumen in 10 ml aufgetragen wird, muß die Probenaufgabe in zwei Schritte aufgeteilt werden. Es ist prinzipiell möglich, für jeden Schritt der Immunaffinitätschromatographie, d.h. zum Equilibrieren, Probenaufgabe, Waschen, Eluieren und Equilibrieren je ein Programm einzugeben und die Programme anschließend in einem Verbindungsprogramm zu verknüpfen. Damit könnte die Probe in einem Schritt aufgegeben werden. Auf diese Möglichkeit wurde aber verzichtet, da so eine Automatisierung nicht mehr möglich ist: Der Dilutor verlangt nach jedem Programmdurchlauf ein erneutes Starten, wobei auch die Enter-Taste betätigt werden muß. Diese läßt sich aber nicht extern ansteuern und musste von Hand bedient werden.

Die Tabelle zeigt die im Dilutor-Programm eingegebenen Parameter:

Schritt Nr.ParameterEingabeErläuterung
1.FILE NUMBER1Wahl der Programm-Nummer
2.SELECT MODEDISDispense-Modus
3.DELIVERY5000Ansaugvolumen: 5000 µl
4.NB ALIQUOTS1Das Volumen wird in einem Aliquot ausgegeben
5.MAN. 0-AUTO.10manueller Start nach jedem Dosiervorgang
6.SYRNG (5 ML)10000Spritzenvolumen: 10000µl (10 ml)
7.ASPIR. TIME1000Ansaugzeit [in 1/10 s]
8.DELIV. TIME3000Ausgabezeit [in 1/10 s]
9.PRIME TIME500Spülzeit [in 1/10 s]

5. Programmierung des Controllers L-5000

Der Controller L-5000 steuert die Gradientenpumpe zum Betrieb des OSP-2 und besitzt zusätzlich acht Schaltausgänge. Die ersten fünf Ausgänge werden zur Steuerung des OSP-2 benötigt (Schaltung der Ventile, Drehen des Ringes). Die restlichen drei Ausgänge können zur Kontrolle der anderen Peripheriegeräte verwendet werden. Ausgang 6 wird zur Umschaltung des Schaltventils ELV-7000 (mit 5 ml-Probenschleife zur Aufgabe des IAC-Eluates auf die Anreicherungskartusche) benutzt, Ausgang 7 schaltet das Niederdruckschaltventil LMV 870 (Wahl des Puffers für die IAC), Ausgang 8 startet den Dilutor.
Günstig wäre ein neunter Schaltausgang zum Start des Integrators. Hier führte aber auch die Parallelschaltung mit Ausgang 2 zum Ziel. Dieser Ausgang bedient das 6-Wege-Ventil im HPLC-Kreislauf des OSP-2. Mit der Einbindung der Anreicherungskartusche in den HPLC-Kreislauf (Ventil 2 schaltet in Position 2) startet die Analyse. Der entsprechende Schaltimpuls ist nur einmal im Analysenverlauf nötig.

Die Grundstellung der Gerätekonfiguration vor Beginn der ersten Analyse ist:

OSP-2:- Anreicherungskartusche in Ringposition 1, Ringposition 1 und 2 in der Klammer
- Klammer auf, beide Ventile in Position 1 (Grundstellung nach dem Einschalten des Gerätes)
- In Ringposition 2 und 72 muß ebenfalls eine Kartusche eingesetzt werden, um zu gewährleisten, daß die Klammer nicht schräg sitzt und dicht abschließt. Diese Kartuschen werden nicht zur Anayse selbst benötigt.
LMV 870:Position 1
ELV 7000:Position load
Dilutor:Programm 1 einstellen und mit "enter" bestätigen, Spritzenvolumen bestätigen

Der Analysenablauf wird durch Starten des Controllers begonnen.

Das Controller-Programm zeigt die Tabelle:

Zeit% B% CFlußEvent 1Event 2Erläuterung der EventsErläuterung des Programms
050018231Dilutor Start
Klammer zu
0 - 17 min Waschen der SPE-Kartusche
0 - 6,7 min Equilibrieren der IAC
0,1---11-Ventil 1 Pos. 2-
6,7---72-LMV 870 Pos. 2-
6,8---7282LMV 870 Pos. 3
Dilutor Start
6,8 - 13,5 min Probenaufgabe IAC Teil 1
13,6---82-Dilutor Start13,6 - 20,3 min Probenaufgabe IAC Teil 2
16,9500-72-LMV 870 Pos. 4-
170100172-LMV 870 Pos. 517 - 34 min Equilibrieren der SPE-Kartusche
17,1---72-LMV 870 Pos. 6-
20,4---7282LMV 870 Pos.
1 Dilutor Start
20,4 - 27,1 min Waschen der IAC
27,2---7282LMV 870 Pos.
2 Dilutor Start
27,2 - 33,9 min Elution der IAC
30,7---72-LMV 870 Pos. 3-
30,8---72-LMV 870 Pos. 4-
30,9---72-LMV 870 Pos. 5-
31---72-LMV 870 Pos. 6-
31,1---72-LMV 870 Pos. 1-
34---6282ELV 7000 inject
Dilutor Start
34 - 39 min Aufgabe des Eluates auf die SPE
34 - 40,7 min Equilibrieren der IAC
39010011030Ventil 1 Pos.1
Klammer auf
39 - 39,2 min Umsetzen der SPE-Kartusche
39,101000,5-42Ringdrehung-
39,2---3121Klammer zu
Ventil 2 Pos. 2
39,2 - 41,2 min Elution der SPE-Kartusche
41,201000,52030Ventil 2 Pos.
1 Klammer auf
41,2 - 41,4 min Zurücksetzen der SPE-Kartusche
41,350025142Richtung Ringdrehung-
41,4---3111Klammer zu
Ventil 1 Pos. 2
41,4 - 49,4 min Regenerieren der SPE-Kartusche
41,5---5062Richtung
ELV 7000 load
-
44,45002----
44,5002----
49,400210-Ventil 1 Pos. 1-

 

Anhang II

1. Abbildungsverzeichnis

Nr.KapitelTitel
1-11.2.1.16-Aminopenicillansäure und ihre Strukturelemente
1-2Strukturen, Namen und Abkürzungen der veterinärmedizinisch relevanten Penicilline
1-31.4.4.1Prinzip der Immunaffinitätschromatographie zur Reinigung von Rohextrakten
1-41.4.4.2Modell eines Immunglobulin G (IgG) bzw. -Y (IgY)
1-51.4.4.5Aktivierung von Agarose mit Cyanbromid und Immobilisierung von Proteinen
1-6Immobilisierung von Proteinen an einer mit Azlacton aktivierten Matrix
1-7Ungerichtete (a) und gerichtete (b) Immobilisierung von Antikörpern
1-81.4.4.6Immobilisierung von Proteinen an einer durch Oxidation eines Kohlenhydratrestes entstandenen Aldehydgruppe
1-91.5.2Mögliche Reaktionen von Nitrenen
1-10Reaktion von Singulett-Arylnitrenen über ein elektrophiles Intermediat
2-12.1Syntheseweg des Immunogens
2-22.2Infrarotspektrum von p-Azidobenzoesäure
2-32.3Infrarotspektrum von p-Azidobenzoylchlorid
2-42.4Infrarotspektrum von 4-Azidobenzoylpenicillin
2-52.51H-NMR-Spektrum von 4-Azidobenzoylpenicillin
4-14.2.1.1Röntgenfilm des Immunblots von Kaninchenserum und -IgG
4-24.2.1.2.1Titer der Seren vom 119. Tag
4-3Titer der Seren vom 276. Tag
4-44.2.1.2.2Spezifität des anti-6-APA-KLH-Serums vom 119. Tag
4-54.3.1.1.1Ermittlung des anti-6-APA-OVA-Antikörpertiters in den Eidottern vom 84. Tag
4-6Titerentwicklung in den Eidottern
4-74.3.1.1.2Entwicklung der Antikörperspezifität bei Tier 15: Tag 29 (a), Tag 169 (b) und Tag 196 (c)
4-8Entwicklung der Kreuzreaktivität von Benzylpenicillin und Ampicillin bei Tier 15
4-94.3.2.2.1Immobilisierung von 6-Aminopenicillansäure
4-104.3.2.2.2Affinitätsreinigung von Immunglobulin Y an einer Haptensäule
4-114.3.2.3Gelelektropherogramm der Globulinfraktion von Eidotter
4-12Anstieg des Antikörpertiters bei der Isolierung von anti-6-APA-Antikörpern
4-13Vergleich der spezifischen Fraktionen I und II
5-15.3.3Nachweis von Penicillinrückständen in Milch
5-25.3.4Nachweis von Penicillinrückständen in Rindermuskel
5-35.3.5Leber, Blindprobe mit UV-Detektion, 230 nm
5-4Nachweis von Penicillinrückständen in Rinderleber
6-16.8Vergleich des Zeitaufwandes der GC-Methode und der automatisierten Methode
6-2Vergleich des Lösungsmittelverbrauchs der automatisierten Methode mit immunaffinitätschromatographischer Extraktreinigung und der GC-Methode
6-36.9Entfettete Milch, Blindprobe ohne Ultrafiltration; Detektion: UV 230 nm

2. Tabellenverzeichnis

Nr.KapitelTitel
1-11.2.1.3Stabilität von Penicillinen gegenüber Penicillinase und Säure
1-21.3Höchstwerte für Penicilline in Lebensmitteln nach der EG-VO 675/92
1-31.4.4.5Übersicht über die ungerichtete Immobilisierung von Antikörpern in der Literatur
1-41.4.4.6Übersicht über die gerichtete Immobilisierung von Antikörpern in der Literatur
1-51.5.3.2Unterschiede zwischen Immunglobulin G und Immunglobulin Y
2-12.8Übersicht über die Parameter bei der photochemischen Kopplung
4-14.2.1.2.2Kreuzreaktivitäten des Serums nach der Immunisierung mit den 6-APA-Immunogenen
4-24.3.1.1.1Antikörpertiter in den Eidottern und Blutseren vom 84. Tag
4-34.3.1.1.2Veränderung der Spezifität der Dotterantikörper
4-44.3.1.1.2Reproduzierbarkeit des ELISA
4-54.3.2.3Vergleich der Antikörperspezifität vor und nach der Isolierung
4-64.3.3.1Durch Immobilisierung von IgY erhaltene Affinitätsmaterialien
5-15.3.2Reproduzierbarkeit der Chromatographie
5-25.3.3Wiederfindung und abgeschätzte Nachweisgrenze der Isoxazolylpenicilline aus Milch (30 µg/ml)
5-3Reproduzierbarkeit der Cloxacillinbestimmung aus Milch (30 g/kg)
5-4 5.3.4Extraktion von Rindermuskel, dotiert mit 300 µg/kg Cloxacillin
5-5Wiederfindung und abgeschätzte Nachweisgrenze der Isoxazolylpenicilline aus Rindermuskel (300 µg/ml)
5-6Reproduzierbarkeit der Cloxacillinbestimmung aus Rindermuskel (300 µg/kg)
5-75.3.5Wiederfindung und abgeschätzte Nachweisgrenze der Isoxazolylpenicilline aus Rinderleber (300 µg/ml)
5-8Reproduzierbarkeit der Cloxacillinbestimmung aus Rinderleber (300 µg/kg)

3. Abkürzungsverzeichnis

6-APA6-Aminopenicillansäure
Abb.Abbildung
AKAntikörper
AmoxAmoxicillin
AmpAmpicillin
BR-TestBrillantschwarz-Reduktionstest
BrMMC4-Brommethyl-7-methoxycumarin
BSAbovines Serumalbumin
CDICarbodiimid, Carbonyldiimidazol
CexCephalexin
CloxCloxacillin
CVVariationskoeffizient ( = s/Mittelwert)
d.h.das heißt
DCDünnschichtchromatographie, Dünnschichtchromatogramm
DicloxDicloxacillin
DMFDimethylformamid
DMSO-d6Dimethylsulfoxid, 6-fach deuteriert
EGEuropäische Gemeinschaft
EIAEnzymimmunoassay
ELISAenzyme-linked immuno sorbent assay
et al.et alii (und andere)
FCAkomplettes Freundsches Adjuvans
FIAinkomplettes Freundsches Adjuvans
HPLChigh-performance liquid chromatography (Hochleistungs-Flüssigchromatographie)
I.E.internationale Einheiten
i.m.intramuskulär
i.v.intravenös
IACImmunaffinitätschromatographie
IgGImmunglobulin G
IgYImmunglobulin Y
IRInfrarotspektroskopie, Infrarotspektrum
kDaKilo-Dalton (1000 Dalton)
KGKörpergewicht
KLHkeyhole limpet hemocyanin
LMBGLebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz
MMega-
Mio.Millionen
mmolmillimol (1/1000 mol)
nAnzahl der Analysen
NafNafcillin
ngNanogramm
NHSN-Hydroxysuccinimid
OVAOvalbumin
OxaOxacillin
PBSphosphatgepufferte Salzlösung
Pen GBenzylpenicillin, Penicillin G
Pen VPhenoxymethylpenicillin, Penicillin V
pHnegativer dekadischer Logarithmus des Betrages der Wasserstoffionen-Konzentration
pKaSäurekonstante
PNPPp-Nitrophenylphosphat
RIARadioimmunoassay
sStandardabweichung
s.u.siehe unten
Sdp.Siedepunkt
SPEFestphasenextraktion, solid phase extraction
Tab.Tabelle
TBSTTris-gepufferte Salzlösung, tweenhaltig
u.a.unter anderem
UVUltraviolett
VOVerordnung
z.T.zum Teil
µVsFlächeneinheit in Chromatogrammen (Mikrovolt x Sekunde)

4. Verwendete Hard- und Software

Die Erstellung dieser Arbeit erfolgte auf einem Apple Macintosh LC II 10/540 mit folgender Software:

Textverarbeitung und Satz
Aldus PageMaker Classic
Erstellung der Tabellen
ClarisWorks Version 2.1/4.0
Tabellenkalkulation zur Auswertung von RIA und ELISA
ClarisWorks Version 2.1
Grafik
ClarisWorks Version 2.1/4.0
CSC ChemDraw Version 3.1
CA-Cricket Graph III Version 1.01
Logitech ScanMan Version 2.2
NIH Image Version 1.52
Umsetzung in das HTML-Format
ClarisWorks Version 4.0
SimpleText Version D1-1.2
Grafikkonverter Version 2.8(D)

 

Die Dissertation wurde am 28. Juni 1996 vom Fachbereich Naturwissenschaften II (Chemie/Biologie) der Bergischen Universität-Gesamthochschule Wuppertal angenommen.

 

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© Mai 1997
Peter de Leuw PdL, , letzte Aktualisierung: 20.10.2003

http://www.pdeleuw.de/diss/anhang.html - ausgedruckt am 07.09.2010